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Besucherteam SHG PCa BS

„Und Sie meinen wirklich, man kann auch zufrieden leben nach dieser schweren OP? Ich fürchte wirklich, mein Leben geht bald zu Ende.“
Das war die Reaktion auf meine Unterhaltung mit einem ca. 60 jährigen Patienten auf der Urologiestation im Städt. Klinikum Braunschweig.
„Das muss ich unbedingt und jetzt gleich meiner Frau und meiner Tochter sagen. Sie machen sich große Sorgen,“ sprach`s und griff zum Smartphon. Ganz glücklich sah er aus!
Von solchen und ähnlichen Gesprächen können alle Männer unseres Besucherteams berichten. Und so begann alles:


 Foto Lothar Anlauf

„Die Formulierungen in der Vereinbarung ist das eine. Wesentlich ist aber, wie wir sie mit Leben erfüllen. Daran wollen wir arbeiten.“ Das waren die Worte von Prof. Hammerer nach der Unterzeichnung.
Wir kamen bald auf die Idee, Patienten auf den beiden Urologiestationen zu besuchen. Regelmäßig, zwei Mal im Monat, jeweils dienstags in der Zeit von 14.00 bis 15.30 Uhr. Der Wochentag und die Uhrzeit wurden mit den Stationsleitungen abgestimmt.
Ganz wichtig ist auch – und das mussten wir erst lernen – die Krankenschwestern und Pfleger gründlich zu informieren. Über unsere Arbeit und den Zweck unserer Besuche. Wir wollen den Betrieb nicht stören. Wollen Informationen geben, Hoffnung und Zuversicht stärken und damit auch die Profis entlasten. Und das war unser erster Dienstplan:

Psychologisch-onkologische Beratung Urologie Klinikum BS        
Station 3a + 3b jeden 1. und 3. Dienstag im Monat jeweils
von 14.00 bis max. 15.30 h.

 

 

 

Die sechs Männer sind langjährige Mitglieder der SHG. Experte für Krankenbesuche war keiner von uns. Bald merkten wir, dass Hilfe nicht schaden könnte. Eine Krankenhausseelsorgerin hat uns mit ihrer langen, beruflichen Erfahrung geholfen. Diese Zusammenkünfte haben wir bis heute beibehalten. Erfahrungsaustausch und Weiterbildung!
Ab Januar 2017 sind drei weitere Mitglieder der SHG in diese Aufgabe eingestiegen. Dadurch konnten wir die Besuche auf alle Dienstage im Monat ausdehnen. Plakate auf den Stationen und im Sekretariat der Klinik weisen auf die Gesprächsmöglichkeiten hin.
Zunächst versuchten wir dafür einen Raum zu nutzen. Die Patienten konnten sich dort mit uns treffen. Das hat aber nicht geklappt. Es kam niemand. Deshalb besuchen wir die Männer in ihren Zimmern. Besonders hilfreich und intensiv sind die Gespräche, wenn auch Angehörige dabei sind.
Selbstverständlich ist, dass wir zur Verschwiegenheit verpflichtet sind und sowohl das Zentrum als auch wir die Datenschutzbestimmungen einhalten. Dazu zählt z.B., dass Patienten einem Besuch durch uns vorher zustimmen müssen.
Die Krankenbesuche werden durch uns dokumentiert und dienen den Auditoren bei den Zertifizierungen auch als Nachweise für die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum und uns.
Vom Beginn der Gespräche im Jahr 2013 bis Juni 2019 haben wir rund 500 Besuche durchgeführt. Die Dauer der Einzelgespräche ist sehr unterschiedlich und reicht von 10 bis zu 90 Minuten. Alle Patienten sind am Schluss dieser Gespräche sehr dankbar für unser ehrenamtliches Engagement.
Wir nehmen diese Aufgabe sehr gerne wahr und fühlen uns häufig als Beschenkte. Natürlich weisen wir auch auf die Möglichkeiten hin, in eine unserer SHG zu gehen, die es ja Deutschland weit gibt. Nützliche Informationen und Hilfen zu einem Leben mit Krebs sind immer hilfreich. Besonders auch nach dem Krankenhausaufenthalt.
Und hier das aktuelle Team zusammen mit unserem
Schirmherrn und Klinikchef Prof. Dr. Peter Hammerer:

 
es fehlen 2 Mitglieder
Foto Lothar Anlauf
Reinhard Schalla
Ehrenvorsitzender der SHG PCa BS